Christian Bartolf Als Politik- und Erziehungswissenschaftler, langjaehriger Berater, Autor mehrsprachiger Buecher, Vorsitzender eines fuer Bildung gemeinnuetzigen Vereins, suche ich ab sofort bundesweit eine Vollzeittaetigkeit in Forschung und/oder Lehre, als Paedagoge oder Politologe im Bereich Jugend- und Erwachsenenbildung bzw. Sozialwissenschaften.
Christian Bartolf (Berlin, 27.11.2011)
1. Lebenslauf
Name
Christian Bartolf
Anschrift
Zinzendorfstr. 8, 10555 Berlin
Geburtsdatum
1960, 2. Januar
Familienstand
ledig
Staatsangehoerigkeit
deutsch
Beruf 2007 - 2011:
Anti-Kriegs-Museum, Berlin:
Friedenspaedagogische Ausstellungen (Gandhi, Tolstoi, King, Thoreau, Ossietzky, Ruskin, Leo Tolstoi und die Duchoborzen, Tagore)
1991 - 2006:
Evangelischer Kirchenkreis Spandau, Berlin:
a) Berater fuer Kriegsdienstverweigerer
- Begleitung bei der eigenen Entscheidungsfindung
- Beratung in Fragen der "Wehrpflicht"
- Beratung im Anerkennungsverfahren fuer Kriegsdienstverweigerer
- Beratung und Begleitung im Zivildienst bzw. Auslandsdienst
- Beratung und Begleitung im Freiwilligen Sozialen Jahr bzw. Freiwilligen Oekologischen Jahr
- Vortraege und Gespraeche mit Schuelern ueber das Menschenrecht Gewissensfreiheit und das Grundrecht Kriegsdienstverweigerung
b) Paedagogische Medienarbeit
- Aufbau einer Friedenspaedagogischen Medienstelle zum Verleih von Medien (Buecher, Filme, Zeitschriften) - Themen Gewaltfreiheit, Krieg, Atombomben, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus
- Zusammenarbeit mit der Landeszentrale fuer politische Bildung Berlin und dem Landesinstitut fuer Schule und Medien Berlin-Brandenburg
- Medienvorfuehrung, Einleitung, Nachgespraeche und Moderation von Gespraechskreisen zu vorgestellten Medien (Filmclub)
- Versand eines woechentlichen Info-Rundbriefs fuer Multiplikatoren in der Bildungsarbeit (kirchliche Mitarbeiter, Schulen, Vereine)
- Internetpraesentation einer Website mit Informationen ueber Dokumente der Vereinten Nationen, internationales Recht, Verzeichnissen
Studium
1980 - 1987
Universitaetsstudium (zwei Diploma) Freie Universitaet Berlin:
Diplom-Politologe
Diplom-Paedagoge (Erwachsenenbildung)
(Tutoriat 1985-1988: Prof. E. Krippendorff)
Schule
1970 -1978
Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium (Luebeck)
Abitur (neusprachlich: englisch, franzoesisch)
Carl-Jacob-Burckhardt-Praemie 1976
1966 - 1970
Gotthard-Kuehl-Volksschule (Luebeck)
Zivildienst
1979 - 1980
Zivildienst im Luebecker Kaufmannshof (IHK)
Interessen
- gemeinnuetzige Bildungsarbeit (ehrenamtlicher erster Vorsitzender des fuer Bildung gemeinnuetzigen Vereins: Gandhi-Informations-Zentrum e.V)
- Autor und Herausgeber von Buechern (historische Dokumentationen ueber Tolstoi, Gandhi, Geschichte und Kultur der Gewaltfreiheit)
- Mitgliedschaften:
Colloquium on Violence & Religion (Austin/Innsbruck)
Internationale Wolfgang-Borchert-Gesellschaft (Hamburg)
- internationale Reisen (Konferenzen, Seminare, Vortraege)
- Sammlungen (Bibliothek, Film- und Musikarchiv)
- Freizeitsport (Tennis, Tischtennis, Schach)
- Antiquariate, Bibliotheken, Kino, Maerkte
- Stadtfuehrungen und -spaziergaenge
2. Arbeitszeugnisse 2000 und 2006
2000 - Arbeitszeugnis fuer Herrn Christian Bartolf, Zinzendorfstr. 8, 10555 Berlin (Evangelischer Kirchenkreis Spandau, Kreiskirchenrat, Vors. Pfr. G. Hoffmann, 18.01.2000):
"Nach der deutschen Vereinigung sah sich der Evangelische Kirchenkreis Spandau im frueheren West-Berlin mit der Wehrpflicht und der moeglichen Kriegsdienstverweigerung konfrontiert. Christen im Kirchenkreis mit friedensethischem und friedenspolitischem Engagement erkannten eine neue, sehr konkrete Aufgabe, die im Rahmen hauptamtlicher Arbeit eine fachlich qualifizierte Arbeit und Organisationstalent erforderte. Eine kreissynodale Arbeitsgruppe schuf die organisatorischen Voraussetzungen fuer eine Beratung von Kriegsdienstverweigerern im Rahmen einer halben Stelle in den Raeumen der Luthergemeinde und konnte ab April 1991 Hn. Christian Bartolf fuer diese viel Eigeninitiative erfordernde Pionierleistung gewinnen.
Hr. Bartolf baute die von der Kreissynode verantwortete und von der genannten synodalen Arbeitsgruppe begleitete Beratungsstelle fuer Kriegsdienstverweigerer (Wehrpflichtige) auf.
Die Arbeit bestand
- in der Beratung junger Wehrpflichtiger. Hr. Bartolf hat mit grosser fachlicher Kompetenz ueber 16.000 Beratungssuchende weit ueber den urspruenglich anvisierten Spandauer Bereich hinaus in Sprechstunden vor Ort sowie durch telefonische Auskuenfte in verweigerungsrechtlichen Einzelfragen und Grundsaetzen beraten. Neben seinem Fachwissen bewaehrte sich hier seine grosse kommunikative und paedagogisch-beratende Kompetenz. Mit seinem liebevoll-aufmerksamen Einfuehlungsvermoegen konnte er oft junge verweigerungsbereite Menschen sprachfaehig machen und sie wie auch nicht selten begleitende Eltern oder Partnerinnen zur entschlossenen Wahrnehmung eines grundgesetzlich verbrieften Rechts ermutigen. Mit dieser besonderen menschlichen Faehigkeit und mit seinen vorzueglichen rechtlichen Kenntnissen konnte Hr. Bartolf auch bereits einberufenen Soldaten und auch Reservisten helfen und als Beistand vor den Ausschuessen und Kammern der Kreiswehrersatzaemter und Wehrbereichsverwaltungen unterstuetzen;
- in der qualifizierenden Beratung fuer Pfarrer, andere Mitarbeiter und Katecheten, damit im Rahmen von Konfirmandenunterricht, Jugendarbeit und Religionsunterricht biblisch-friedensethische Haltungen vermittelt werden konnten. Ausserdem hat Hr. Bartolf generell dem Lehrpersonal an Spandauer Schulen einfuehrende Vortrags- und Gespraechsveranstaltungen ueber die Verwirklichung von Grundrechten in der Schule angeboten und mit erfolgreicher Resonanz gegeben;
- in der Verwaltung und im Ausbau eines friedenspaedagogischen Medienverleihs. Hier bewaehrte sich Hn. Bartolfs breite Uebersicht als Politik- und Erziehungswissenschaftler ueber Medien, die zur paedagogischen Vermittlung der Themen: Gewalt und Gewaltfreiheit im Alltag, Militaer und zivile Konfliktbearbeitung, Zivilcourage und Widerstand, NS-Verbrechen, die Folgen von Krieg und Atombomben fuer die Bevoelkerung, geeignet sind;
- in der Oeffentlichkeitsarbeit fuer die Beratungsstelle sowie fuer friedensethisch relevante Themen und zu politischen Ereignissen, die Hr. Bartolf mit Interviews, Presseerklaerungen, der Einrichtung einer Website-Adresse sowie einschlaegiger Veranstaltungen leistete;
- in der Klaerung friedensethischer Grundfragen und Erarbeitung friedenspolitischer Positionen im Kirchenkreis, an denen Hr. Bartolf im Rahmen der synodalen Arbeitsgruppe kooperativ und konstruktiv mitwirkte.
Die halbe Beratungsstelle wurde zeitlich begrenzt eingerichtet. Aus finanziellen Gruenden aber musste der Kirchenkreis die Stelle bedauerlicherweise zum 31.12.1999 beenden, weil er den Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrages nicht eingehen konnte. Die gesamte Arbeitsstelle wurde von einem neuen Traeger, dem gemeinnuetzigen Verein, dem Oekumenischen Zentrum fuer Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit in Berlin-Spandau uebernommen.
Der Kirchenkreis bedauert die Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses nicht nur wegen der geleisteten hochqualifiziert-kompetenten Arbeit sondern nicht weniger wegen der ueberzeugend-friedensbereiten Lebenshaltung des Christian Bartolf. Wir wuenschen ihm einen guten, gesegneten weiteren Berufsweg."
2006 - Zeugnis fuer Christian Bartolf fuer die Jahre 2000 - 2006 (Ev. Kirchengemeinde zu Staaken, Gemeindekirchenrat, Pfr. Klaus Wiesinger, 06.11. 2006):
"Herr Bartolf war in den genannten sieben Jahren im Kirchenkreis Spandau im Rahmen der Beratungsstelle fuer Kriegsdienstverweigerung (Wehrpflichtige) taetig. Bei veraenderter Anstellungstraegerschaft konnte in diesem Zeitraum die schon von 1991 - 1999 ausgefuehrte Beratung, fuer die ein Zeugnis vorliegt, fortgesetzt werden.
Im hier betrachteten zweiten Abschnitt war die Arbeit von Hn. Bartolf vor Ort ganz auf die KDV-Beratung konzentriert. Anstellungstraeger waren nacheinander das Oekumenische Zentrum e.V. und die Ev. Gemeinde zu Staaken. Finanzielle und arbeitsrechtliche Zwaenge sowie die bekannte Unsicherheit ueber die Zukunft der Wehrpflicht waren die Ursachen der jeweils nur zeitlich begrenzten Arbeitsvertraege.
Hr. Bartolf beriet junge Menschen aus Berlin und Brandenburg und ihre Eltern oder Partnerinnen, eine Arbeit, die kontinuierlich noetig blieb. Angesichts der kaum noch gegebenen Wehrgerechtigkeit unterstuetzte er zunehmend auch noetig gewordene generellere Lebensplanungen. Aufgrund seiner Kompetenz bezueglich der internationalen Dimensionen von Problemen um die Kriegsdienstverweigerung konnte Hr. Bartolf auch junge Menschen mit Migrationshintergruenden beraten. Sein Rat wurde darueber hinaus von aktiven Soldaten mit Verweigerungsfragen gesucht, und er konnte in akuten Faellen fachgerecht Wege weisen.
Die Anstellungstraeger im Kirchenkreis Spandau danken Hn. Bartolf fuer insgesamt 16 Jahre kompetenter Beratungsarbeit, die jungen Menschen in ethischen Fragen und buerokratischen Problemen Lebenshilfe geleistet und auch das friedensethische Profil der Evangelischen Kirche geschaerft hat. Die Moeglichkeiten im Kirchenkreis sind bei unveraenderter Lage erschoepft. Wir bedauern die Beendigung des Arbeitsverhaeltnisses und wuenschen Hn. Bartolf eine gute berufliche Zukunft."
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3. "HONORIS CAUSA: CHRISTIAN BARTOLF"
"Sechzehn Jahre lang hat Christian Bartolf tausende sich mit der Einberufung auseinandersetzende junge Maenner beraten - nicht selten auch die Eltern oder Partnerinnen. Die KDV-Beratung erwies sich als kontinuierlich noetig fuer junge Menschen aus Berlin und Brandenburg, auch als wir lange schon das Ende der Wehrpflicht sahen. Und weil die Wehrgerechtigkeit mehr und mehr abhanden kam, geriet die Beratung angesichts von Unsicherheiten um Ausbildung und Beruf oft zur Hilfe fuer die Lebensplanung der jungen Leute. Aufgrund seiner Kompetenz fuer die internationalen Dimensionen von Problemen um die Kriegsdienstverweigerung konnte Christian Bartolf auch selbst bzw. in der Elterngeneration Zugewanderte junge Menschen beraten. Sein Rat wurde darueber hinaus auch von aktiven Soldaten mit Verweigerungsfragen gesucht, und er konnte in akuten Faellen fachgerecht Wege weisen.
Anstellungstraeger waren seit 1991 nacheinander der Kreiskirchenrat, das Oekumenische Zentrum e.V., wieder der Kreiskirchenrat und schließlich die Gemeinde zu Staaken. Finanzielle und arbeitsrechtliche Zwaenge sowie die bekannten Unwaegbarkeiten um die Zukunft der Wehrpflicht waren die Ursachen der jeweils nur zeitlich begrenzten Arbeitsvertraege.
Im Laufe der Jahre hat sich Christian Bartolf bei der urspruenglich weiter gefassten Stelle immer mehr auf seine große Staerke, die Beratung, konzentriert. Wir danken ihm fuer 16 Jahre kompetenter Beratungsarbeit, die jungen Menschen in ethischen Fragen und buerokratischen Problemen Lebenshilfe geleistet und auch zu einem friedensethischen Gesicht der Evangelischen Kirche beigetragen hat. Honoris causa wuerde ich Christian gerne den doctorus consulationis, den Gelehrtentitel der Beratung verleihen. Diesen Titel gibt es aber nicht, und der Kirchenkreis hat fuer solche Wesen keine Dauerstelle. Die Moeglichkeiten sind bei unveraenderter Lage erschoepft. Mit gemischten Gefuehlen wuenschen wir ihm, auch im Gebet, eine gute Zukunft.
Klaus Wiesinger"
(Rundbrief fuer den Evangelischen Kirchenkreis Spandau, herausgegeben vom Kollegium im Kirchenkreis Spandau, Dezember 2006 - Februar 2007, Seite 31)
© dieser Webpage: Christian Bartolf - Stand: 27. November 2011